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Fitness-Armbänder: Am Puls der Zeit?

Alles, was zählt – Puls, Blutdruck, Kalorien

Sie heißen „Fitnesstracker“ oder „Wearables“ und bringen dem Handel enorme Umsatzzuwächse: Armbänder, die auf Schritt und Tritt Gesundheitsdaten ihres Trägers erfassen und diese via App oder Plattform zu einem Gesamtbilds einer körperlichen Verfassung addieren. Doch während Krankenkassen diese Entwicklung als neues Geschäftsmodell schätzen und fördern, gibt es aus ärztlicher Sicht guten Grund für eine gesunde Portion Skepsis. Zwar spricht nichts gegen die Motivation zu mehr Bewegung, ob die ermittelten Messwerte der Armbänder aber ein verlässlicher Indikator für die Gesundheit ihrer Träger sind, ist zweifelhaft. Oder würden Sie einer Zusammenstellung aus Kalorienverbrauch, Pulswerten und Schlafzeiten als Indikator für den Gesundheitszustand eines Patienten Gewicht beimessen? Ermittelt von Geräten, die in der Mehrzahl deutliche Toleranzen bei den Messungen aufweisen? Viele Kollegen verneinen das. Neben dem Grundsatz, Menschen und nicht Daten zu behandeln, gilt es ihrer Meinung nach auch, das medizinische Solidarsystem gegen die Koppelung von Tarifvergünstigungen an vermeintlich vorteilhafte Gesundheitsdaten zu schützen. Viele Krankenkassen fördern die Ermittlung solcher Daten per Fitnessarmband, etwa durch deren Umrechnung in einen sogenannten „HealthScore“, oder durch finanzielle Zuschüsse bei der Anschaffung von Apple Watch & Co. Inwieweit sich Versicherte durch die Herausgabe sensibler Daten zum „gläsernen Patienten“ machen, liegt dabei in ihrer Hand. In welcher Form diese Informationen gespeichert und weiterverwertet werden dürfen, wird der Gesetzgeber entscheiden müssen.